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Stellungnahme des BFS zum Einbehalten der Gage, während eines laufenden Statusfeststellungsverfahrens

Berlin 15.03.2017

 

Die Tätigkeit des Filmeditors ist ein künstlerischer Beruf, der eine Miturheberschaft am audiovisuellen Werk begründet.

Die urheberrechtliche Relevanz der kreativen Arbeit der Editoren wird weltweit anerkannt und in der Branche durch die Kategorie "Schnitt" bei allen großen Auszeichnungen dokumentiert. Es werden national ("Deutscher Filmpreis", "Deutscher Fernsehpreis","Deutscher Kamerapreis",

"Deutscher Werbefilmpreis"), auf europäischer Ebene ("European Film Award", BAFTA Award for Best Editing ) und mit den Academy Awards, Jury Award Sundance Festival, um nur einige Preise zu nennen, gewissermaßen auch global Filmpreise für diese künstlerische Leistung vergeben.

Der Editor hat eine komplexe, eigenständige, programmgestaltende Tätigkeit innerhalb der Film- und Fernsehbranche. Dies umschließt alle Medienbereiche wie z.B. Spielfilm, Werbefilm, Dokumentarfilm, Webfilm, Magazinbeiträge, Reportagen, Musikvideos u.a.

Die meisten in Deutschland tätigen Editoren sind nicht fest bei Fernsehsendern oder Produktionen angestellt, sondern arbeiten projektbezogen für bestimmte Produktionsfirmen.

Ob ihre Tätigkeit in der steuerrechtlichen und sozialversicherungsmäßigen Position eines Selbständigen oder in der Position eines "auf Produktionsdauer abhängig Beschäftigten" erfolgen soll - darüber streiten sich die Gemüter.

Nach den Richtlinien der Deutschen Rentenversicherung Bund ist die Entscheidung hierüber eine Einzelfallentscheidung, so dass jeder Editor gezwungen wird, für jedes einzelne Projekt, an dem er arbeitet, auch einen entsprechenden Antrag auf Feststellung seines Status zu stellen, wenn die Produktionsfirma es von ihm fordert.

Die Produktionsfirmen tun dies, um Rechtssicherheit in punkto Sozialversicherungsstatus zu erlangen. Obwohl dem BFS keine Gerichtsurteile bekannt sind, in denen die Programmgestaltung des Filmeditors nicht anerkannt wurde, behalten sich immer mehr Produktionsfirmen vor, zwischen 20 bis 60% der Gage, immer ausgehend von den Arbeitgeberanteilen, mindestens bis zu dem Zeitpunkt, wo eine Behörden- Entscheidung vorliegt, einzubehalten. Diese "Rückstellungen" werden den Auftragnehmern - den Filmeditoren - zumeist in die Verträge hineingeschrieben.

Dieses immer stärker um sich greifende Gebaren der Film-/ TV-Produktionsfirmen ist aus Sicht des BFS für die selbständig arbeitenden Editoren untragbar.

Endlich muss zu einem sinnvollen Verfahren übergegangen werden, das ein künstlerisches und zugleich existenzsicherndes freiberufliches Wirken der Filmeditoren ermöglicht! Dazu könnte aus unserer Sicht ein vereinfachtes Verfahren beitragen, in dem eine Mitgliedschaft in der KSK (oder eine nachweisbare private Absicherung) zum Kriterium für eine selbständige Tätigkeit wird.

Denkbar ist auch, die Mitgliedschaft in einem Berufsverband als Kriterium zu nehmen, denn hier wird durchgehend von Filmeditoren auszugehen sein, die eine künstlerisch-selbständige Tätigkeit ausführen.