Skip to main content

Der BFS hat hierzu am 29. August 2018 im ACUD zu einer Diskussion eingeladen.

|   Dokumentarfilme

Pressemeldung

 

Der Bundesverband Filmschnitt Editor e.V. (BFS) hat am 29. August 2018 in Berlin Entscheidungsträger*innen der Dokumentarfilmbranche in das ACUD Studio eingeladen, zu einer Präsentation und Panel-Diskussion mit dem Titel ”Unsere schöne Sorge: Was sich für die Montage von langen Dokumentarfilmen ändern muss”.

 Vor vollem Saal mit über 100 Gästen diskutierten miteinander:

• Susanne Binninger – Regisseurin und 2. Vorsitzende der AG DOK

• Anne Fabini – Filmeditorin und stellv. Vorstand der Deutschen Filmakademie

• Gesa Marten – Filmeditorin, Dramaturgin und Professorin an der Filmuni Babelsberg

• Brigid O’Shea – Leiterin der »Dok Industry« beim Filmfestival Dok Leipzig

• Daniel Saltzwedel – Produzent und ehem. Förderreferent des Medienboard Berlin- Brandenburg

• Søren Schumann – Redaktionsleiter ARTE beim Rundfunk Berlin-Brandenburg

 Es moderierte Dietmar Kraus – Vorstand BFS

Zum Auftakt präsentierte der BFS ein Positionspapier, welches die Missstände bei der Montage langer, unformatierter Dokumentarfilme deutlich benennt, und ein Umdenken in der Branche fordert. Obwohl die Qualität eines Dokumentarfilms maßgeblich von seiner Montage bestimmt wird, sind in diesem Bereich angemessene Bezahlung, realistisch eingeschätzte Schnitt-Zeiten und effektive Arbeitsbedingungen zunehmend die Ausnahme.

Ausgehend von einer BFS-Umfrage zur Arbeitsstation der Filmeditor*innen im Dokumentarfilm, nannte Barbara Toennieshen folgende Daten:

• Die Gagen lagen zum Zeitpunkt der Umfrage bei 80% der Filme unterhalb des Mindesttarifs.

• Bei 30% der unformatierten Dokumentarfilme lag die effektive Tagesgage nur zwischen 200 € und 80 € auf Rechnung – also in Einzelfällen sogar unter dem gesetzlichen Mindestlohn.

• Diese extrem niedrigen Real-Gagen wurden in 70% der Fälle durch Pauschalverträge verschleiert, d.h. die Beschränkung auf ein fixes Honorar, egal wie lange der Schnitt dauert.

• Drehverhältnisse von 1:100 und weit drüber sind mittlerweile beim langen Dokumentarfilm üblich Die Haltung des BFS dazu: Es ist für alle, die hochwertige Dokumentarfilme machen wollen, nicht mehr vertretbar, dass das Missverhältnis zwischen gestiegenen Materialmengen und geschrumpften Budgets durch unbezahlte Mehrarbeit im Schnitt aufgefangen wird.