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ARD und ZDF sollten Ausfallkosten zu 100 Prozent übernehmen!

|   Aktuelles zur Corona-Krise

Für Drehbuchautor Timothy Tremper steht fest, die Maßnahmen von ARD und ZDF zur Unterstützung der Produzenten in der Corona-Krise greifen nicht weit genug. Der Meinung sind wir auch - lest hier den aktuellen Artikel in der Blickpunkt:Film.

19.03.2020
Mit bis zu 50 Prozent beteiligen sich ARD und ZDF an möglichen Mehrkosten, die nun durch die "Coronakrise" bei Produktionsausfällen anfallen. Es gibt nicht viel, was klar ist in diesen Tagen, allerdings werden die öffentlich-rechtlichen Sender nicht gerade substantielle finanzielle Einbußen haben. Im Bereich Fiction schon gar nicht. Das ist klar.

Gerade jetzt, wo der Großteil der Produktionen noch gar nicht stattgefunden hat, sollten die Sender komplett anders agieren. Zu 100 Prozent müssen sie die Ausfallkosten bei einer Auftragsproduktion übernehmen. Klingt sozialistisch, ist aber einfach nur fair und anständig. Nochmal, ARD und ZDF gehen nicht pleite.

Genug Finanzierung ist in den Bereichen Fiction da. Kreativ diese Etats umschichten wäre nun angesagt. Auf mehr Wiederholung setzen, wenn es Engpässe bei der Neu-Versorgung der Produktionen gibt. Genug gutes Material lagert in den Archiven. In der Fiction-Prime-Time entfallen keine Werbegelder. Gegebenenfalls geplante Produktionen im weiten Vorfeld der Pre-Production jetzt absagen und diese Gelder für die 100 Prozent Ausfälle bereitstellen.

50 Prozent der Mehrkosten übernehmen, hm, das heißt auf den anderen 50 Prozent bleibt die Firma erstmal sitzen. Planungssicherheit in einer Produktion gibt es bei 50 Prozent Risiko nicht! Investieren in die Zukunft, in neue Stoffe? Mit der Entscheidung erstmal nicht. Da macht kein Produzent mit!

ARD und ZDF haben mit dieser monetären Entscheidung eine Controller-Entscheidung getroffen, keine menschliche, keine kreative und am Ende auch keine gesamtwirtschaftliche.

Timothy Tremper