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Wahlprüfsteine des BFS – an die Fraktionen aller Parteien

|   Magazin

Berlin, den 3. August 2021. Während der letzten Mitgliederversammlung am 19. Juni 2021 haben die Mitglieder des Bundesverbandes Filmschnitt Editor e.V. ihre drängendsten Forderungen an die Branche und die Politik formuliert. Die wichtigsten politischen Anliegen wurden nun vom BFS im Vorfeld der Wahlen an alle Parteien als „Wahlprüfsteine“ versandt - mit dem Ziel, dass Forderungen wie die 40-Stunden-Woche, Gleichstellung der Selbständigen oder die Abschaffung des Statusfeststellungsverfahrens für KSK-Versicherte in die Entscheidungsprozesse der Parteien einfließen. Mit den Antworten von CDU, SPD, FDP, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen ist in den nächsten 4 Wochen zu rechnen.

Und hier die Fragen und Forderungen im Detail:

  1. Arbeitszeiten: Der Tarifvertrag TV FFS verpflichtet Filmschaffende bis zu 10 Stunden pro Tag zu arbeiten. Wir fordern für Filmeditor*innen und Schnittassistent*innen, die ausschließlich am Bildschirm arbeiten, eine 40-Stunden-Woche und eine Kernarbeitszeit zwischen 8 bis 20 Uhr. Wie können Sie uns hierbei unterstützen?
     
  2. Arbeitsschutz bei Bildschirmarbeit: Wegen des Tarifvertrages arbeiten unsere Mitglieder bis zu 10 Stunden am Bildschirm und gefährden zunehmend ihre Gesundheit. Es braucht dringend eine Aktualisierung der Bildschirmschutzverordnung, die konkrete Arbeitszeiten und Pausen vorsieht. Wie sehen Ihre Pläne hierzu aus?
     
  3. Statusfeststellung: Wenn Filmschaffende selbständig arbeiten, sind sie in der Künstlersozialkasse (KSK) pflichtversichert und zahlen ausnahmslos in die Deutsche Rentenversicherung ein. Kann man das (zeit-)aufwändige Statusfeststellungsverfahren für KSK-Versicherte abschaffen?
     
  4. Öffentlich-rechtliche Sender: Wir fordern mehr Kontrolle der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender bei den Vergütungen der Filmschaffenden. Wie können Sie zukünftig verhindern, dass ARD und ZDF trotz der Finanzierung durch Rundfunkbeiträge freie Mitarbeiter*innen immer noch weit unter den branchenüblichen Honoraren vergüten.
     
  5. Anwartschaften ALG I: Durch die Zweckbefristung eines Filmprojekts von 1 bis 15 Wochen gelingt es Filmschaffenden im Jahr oft nicht, in 30 Monaten insgesamt 24 Monate abhängig beschäftigt zu sein, um Anwartschaften für das ALG I zu erlangen. Wir fordern seit Jahren eine Erhöhung der Frist auf drei Jahre. Was sind ihre Pläne?
     
  6. Arbeitslosenversicherung: Wir fordern eine freiwillige Arbeitslosenversicherung für alle Kreativen zu fairen Konditionen und ohne die derzeit sehr engen Zugangsvoraussetzungen. Was sind ihre Ziele, um die Benachteiligung der selbständig arbeitenden Kreativen auszugleichen?
     
  7. Postproduktionsförderung: Mit digitalen Kameras entsteht bis zu zehn Mal mehr Material, das gesichtet und bearbeitet werden muss. Der Aufwand und die gestalterische Verantwortung der Filmeditor*innen steigt immens.  Um die Qualität der Produktionen zu halten, braucht es entsprechende Fördertöpfe für die Postproduktion.
     
  8. Gleichstellung der Selbstständigen: Selbständige haben durch Corona gemerkt, wie schlecht sie sozial abgesichert sind. Lohnsteuerbeschäftigte stehen wesentlich besser da. Wie kann eine Verbesserung gerade für Selbständige erreicht werden?
     

Die Forderungen der Mitglieder konnten bei den Wahlprüfsteinen nur verkürzt dargestellt werden, da die Parteien 8 Fragen und hierbei nur jeweils 300 Zeichen pro Frage zugelassen haben.
Für weitere Fragen wenden Sie sich gerne direkt an:

Silke Spahr
Geschäftsführerin
Bundesverband Filmschnitt Editor e.V.
Heinrich-Roller-Strasse 23
10405 Berlin
Tel 030 – 2362 4771
www.bfs-filmeditor.de