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VG Bild-Kunst

VG Bild-Kunst

Neben Regisseur/innen, Kameraleuten, Szenen- und Kostümbildnern haben auch Filmeditor/innen  Ansprüche auf Urheberausschüttungen aus der Zweitverwertung bei der VG Bild-Kunst.

Neben Regisseur/innen, Kameraleuten, Szenen- und Kostümbildnern haben auch Filmeditor/innen  Ansprüche auf Urheberausschüttungen aus der Zweitverwertung bei der VG Bild-Kunst.
Die VG Bild-Kunst nimmt für ihre Mitglieder und die Mitglieder ausländischer Schwesterorganisationen Urheberrechte wahr, die der einzelne Urheber aus praktischen oder gesetzlichen Gründen nicht selbst wahrnehmen kann.
Für FilmurheberInnen sind das hauptsächlich die gesetzlichen Vergütungsansprüche aus §§ 27 und 54 UrhG (Vergütung für Vermietung/Verleihung und Privatkopievergütung). Die VG Bild-Kunst inkassiert die entsprechenden Urheberrechtsabgaben und verteilt sie an ihre Mitglieder.
Mitglied werden können UrheberInnen durch den Abschluss eines Wahrnehmungsvertrages. Die Mitgliedschaft ist kostenlos.

Nach dem Abschluss des Wahrnehmungsvertrags melden EditorInnen die von ihnen geschnittenen und im Fernsehen ausgestrahlten Filme mit einem Formular an und werden dann an den Ausschüttungen der Urhebervergütungen beteiligt. In der Regel genügt dafür die Meldung der Erstsendung eines Films, Wiederholungen (auch in anderen Programmen) können dann automatisch erfasst werden. Der bürokratische Aufwand hält sich also in Grenzen. Wie hoch die einzelnen Ausschüttungsbeträge ausfallen ist unterschiedlich, dürfte sich aber für alle EditorInnen lohnen, die regelmäßig Spielfilme, Serien, Dokumentarfilme, Reportagen, Magazinbeiträge etc. schneiden, welche länger als 3 Minuten sind und im Fernsehen ausgestrahlt werden (seit 2014 könenn auch Werbefilme gemeldet werden).

Trotzdem liegt die Meldequote bei EditorInnen in der VG Bild-Kunst nur bei 30%. Das heisst umgekehrt: Für 70% der Filme, die an den Ausschüttungen teilnehmen, werden die Urheberansprüche von Editoren und Editorinnen gar nicht geltend gemacht.
Allen EditorInnen, die nicht bewusst auf diese Ansprüche verzichten, sei hiermit wärmstens empfohlen, sich noch einmal zu überlegen, ob sie das Geld nicht doch brauchen könnten.

Mitglied werden kann man hier.

Die Stiftung Sozialwerk

Die Stiftung Sozialwerk der VG Bild-Kunst ist eine rechtsfähige Einrichtung. Sie gewährt im Rahmen ihrer Möglichkeiten Urhebern im visuellen Bereich finanzielle Unterstützung in sozialen Notlagen, bei Erwerbs- und Berufsunfähigkeit sowie im Alter. Ihre Mittel erhält sie in erster Linie aus den Erträgen der VG Bild-Kunst. Ein Rechtsanspruch auf Leistungen der Stiftung besteht nicht.

Die Stiftung Kulturwerk

Die Stiftung Kulturwerk fördert mit Zuschüssen den Druck von Publikationen, die Realisierung von Ausstellungen und Symposien und anderen Projekten. Ein Schwerpunkt möchte die Stiftung dabei im Bereich der beruflichen Weiterbildung der kreativ-künstlerischen Berufe von Filmurhebern mit der Förderung so genannter Master Classes setzen. Ausgenommen von einer Förderung sind Filmvorhaben und sämtliche sie umfassende Arbeiten, Dissertationen, studentische Arbeiten, Festivals sowie die Sicherung von Nachlässen. Nähere Informationen: www.bildkunst.de

Und hier noch einige Antworten auf Fragen, die häufig gestellt werden und wichtig, für das Verständnis der VG Bild-Kunst sind:

Was ist der Unterschied zwischen Urheberrechten und Leistungsschutzrechten?

EditorInnenn sind Urheber, denn Filmschnitt beinhaltet einen kreativen Schöpfungsprozeß. Das Leistungsschutzrecht schützt Leistungsarten, die unabhängig von der sonst im Urheberrecht verlangten Gestaltungshöhe eines Werkes allein wegen ihrer künstlerischen oder wissenschaftlichen Arbeit oder wegen ihres organisatorischen Aufwands generell geschützt werden. Z.B. erwirbt der Filmhersteller ein Leistungsschutzrecht an seiner wirtschaftlich-organisatorischen Leistung aufgrund des unternehmerischen Aufwands. Die Schutzfrist beträgt hier 50 Jahre nach Erscheinen des Films, die Urheberschutzfrist beträgt 70 Jahre p.m.

Welche Filme können bei der VG Bild-Kunst gemeldet werden?

Filmwerke im Sinne des Urheberrechtsgesetzes, z.B. Spielfilme, Serien, Soap-Operas, Sitcoms, Dokumentarfilme, Dokumentationen, Doku-Soaps, Reportagen, Features, Magazinbeiträge, Real- und Zeichentrickfilme usw.
Voraussetzung ist eine Mindestlänge von 3 Minuten. Zeichentrickfilme müssen mindestens eine Minute lang sein. Es muss immer auf volle Minuten abgerundet werden.
Nicht gemeldet werden können: Fernsehaufzeichnungen, Livesendungen, aktuelle Berichterstattung (z. B. Interviews, Musikdarbietungen, Sportübertragungen, Theateraufführungen).
Seit 2015 gibt es auch einen Verteilungsplan (Verteilungsplan 14) für Werbefilme. Für Werbefilme gilt die Mindestlänge von 3 Minuten nicht.

Meldung von Erstausstrahlung und Wiederholungen:

Zunächst muß die Erstausstrahlung dieses Films mit allen auf dem Erfassungsbogen abgefragten Daten bei der VG Bild Kunst angemeldet worden sein. Wiederholungen werden dann in den meisten Fällen automatisch erfasst und müssen nicht mehr jedesmal gemeldet werden. Dazu muss allerdings die Wiederholung des Films einen eigenen Sendeplatz haben: Bestandteile von Containern wie etwa einzelne Beiträge in Magazinsendungen sind in der Regel nicht zu erkennen, da sie im Senderegister nicht einzeln vermerkt sind. Hier ist die VG Bild Kunst auf die Anmeldung der Wiederholung durch die Berechtigten angewiesen.
Nicht erkennbar sind auch Wiederholungen von Filmen, bei denen sich Titel oder Untertitel geändert haben, dies kommt leider bei Serien häufig vor.

Was bedeutet dieser oder ein ähnlich formulierter Passus in Filmschaffenden-Verträgen:

....für den Mitgliedsfall (einer Verwertungsgesellschaft) verpflichtet sich der Filmschaffende, sich die Filmherstellungs-und Verwertungsrechte von der Verwertungsgesellschaft rückübertragen zu lassen und diese Rechte an den Filmhersteller weiter zu übertragen. Gleichzeitig bevollmächtigt der Filmschaffende hiermit den Filmhersteller, in seinem Namen diese Rechte auszuüben.
Die für EditorInnen relevanten gesetzlichen Vergütungsansprüche können nur durch eine Verwertungsgesellschaft wahrgenommen werden. Auf die Wahrnehmung dieser gesetzlichen Vergütungsansprüche durch die VG Bild-Kunst hat ein solcher Vertragspassus keine Auswirkungen.
Trotzdem kann empfohlen werden, diesen Passus zu streichen und/oder durch die nachfolgende Formulierung zu ersetzen, die sowohl Produzenten als auch Editoren zufriedenstellt:
Der Filmschaffende erklärt - auch falls er Mitglied einer Verwertungsgesellschaft ist - daß alle durch seine Mitwirkung an einem Film entstandenen Rechte, insbesondere Urheberrechte, die Verwertungsrechte und das Recht auf Wiedergabe in Form von Nutzungsrechten ohne zeitliche und örtliche Begrenzung auf den Filmhersteller übergegangen sind. Diese Nutzungsrechtsübertragung erstreckt sich auf die Wiedergabe durch alle Arten, Systeme und Verfahren der Kinematographie, der Videographie, der Bildplatte, Kassette, des Fernsehens, des Kabel -und Satellitenfernsehens, des Rundfunks und der Tonträgerindustrie. Der Filmhersteller ist berechtigt, diese Nutzungsrechte zu übertragen. Vergütungsansprüche, welche den Partnern dieser Vereinbarung durch das deutsche Urheberrecht zustehen und welche nur durch eine Verwertungsgesellschaft wahrgenommen werden können, verbleiben bei den Vertragspartnern und müssen von diesen selbständig angemeldet und wahrgenommen werden.

Was passiert in Streitfällen, in denen mehrere Editoren Ansprüche an dem gleichen Film anmelden?

Erst muß eine Einigung unter den Mitgliedern herrschen, ehe es zu Ausschüttungen kommt. Die angemeldeten Prozente müssen in der Summe 100% ergeben. Auch, wenn schon Geld ausgezahlt wurde, wird eine Klärung unter den Beteiligten gefordert und das Ergebnis bei späteren Ausschüttungen verrechnet.

Was ist, wenn der Auftraggebende Sender/ Erstsendung im Ausland ist? Können Ausstrahlungen im Ausland gemeldet werden ?

Die VG Bild-Kunst hat Verträge mit Schwestergesellschaften in Italien, Belgien, Schweden, Frankreich, Österreich und der Schweiz.
Deutsche Editoren werden von den Schwestergesellschaften in Österreich und in der Schweiz berücksichtigt, in den anderen Ländern aufgrund der dortigen Gesetzeslage nur Regisseure (bzw. Autoren, Produzenten).


Ansprechpartnerin bei der VG Bild-Kunst für die Mitgliedschaft von Editoren in der Berufsgruppe III (Regisseure, Kameraleute, Filmeditor/innen, Filmarchitekten/ Szenenbildner, Kostümbildner, Trickfilmzeichner und Produzenten von freien (Co)Produktionen) ist Marina Haarhaus.
Ihr erreicht Sie unter:

haarhaus(at)bildkunst.de